Agile Kultur

 

Alle reden von agilen Prozessen, agilem Projektmanagement und agiler Softwareentwicklung.
Es existieren massenhaft Einführungen, Bücher, Blogeinträge und die Prozesse und Tools
sind auch hinreichend bekannt.

Doch Informationen zum wichtigsten “Detail” finden sich fast kaum, obwohl es die Grundlage ist, mit der agile Prozesse überhaupt erst möglich sind: der Mensch!
Maschinen brauchen keine Agilität, es ist für Menschen die miteinander arbeiten und kommunizieren da.

Deshalb erscheint es umso wichtiger darauf hinzuweisen, was agil eigentlich ausmacht.

“Agil” ist kein Prozess oder Werkzeug –
es ist eine Kultur.

Kultur selbst ist ein Prozess – sie ist nicht einfach da, sondern entwickelt sich stetig.

Dazu gehören Verhaltensweisen und persönliche Eigenschaften, die in nicht-agilen Unternehmen eher selten anzutreffen sind. Diese sind hauptsächlich:

  • Veränderung
    “The only constant thing is change” – dieser Leitsatz gilt nicht nur für das Leben selbst, sondern auch für den beruflichen Alltag. Wäre dem nicht so, könnte uns ein PC, Fließband oder Roboter ersetzen. Dazu gehört auch die freiwillige persönliche Weiterentwicklung und das Einstellen auf neue Situationen und Rahmenbedingungen.
  • Respekt und Anerkennung
    Man sollte die Arbeit anderer Kollegen und sie selbst immer mit Respekt würdigen. Ich benutze mein Fachwissen um höchstmögliche Professionalität zu erreichen und beanspruche, dass man es mich ohne Störungen machen lässt, es passieren jedoch auch Fehler aus denen ich lerne. Den Kollegen geht es nicht anders. Respekt muss man sich jedoch auch verdienen – und man kann ihn auch wieder verlieren.
  • Feedback und Anpassung
    Eines der wichtigsten Aspekte agilen und iterativen Arbeitens ist schnelles Feedback, damit man nicht sinnlos Zeit und Ressourcen verpulvert sondern schon frühzeitig Korrekturen vornehmen kann. Denn vor allem dadurch kann man bei Bedarf Prozesse anpassen und kontinuierlich verbessern. Die Kultur sollte das fördern und auch verlangen.
  • Offenheit
    Offenheit trägt dazu bei, dass alle Beteiligten stets gemeinsam über den Stand ihrer Arbeit informiert sind und ihre Hilfe, Anregungen und Probleme einbringen können. Es wird nichts unter den Teppich gekehrt, auch (und gerade) unliebsame Details sind für alle sichtbar.
    Es ist gleichzeitig aber auch eines der schwierigsten Kapitel einer agilen Kultur, dass es bei den meisten leider nicht der gewohnten Arbeitsweise nicht-agiler Strukturen entspricht.
  • Fehlerkultur
    Ohne Fehler gibt es keinen Fortschritt. Wer nichts riskiert, macht wahrscheinlich keine Fehler aber mindestens genauso wahrscheinlich auch keine Fortschritte. Das ist in der Wissenschaft schon jahrtausenden so. Daher ist es unabdingbar Risiko und Experimente zu fördern und als Chance für stetige Verbesserung zu verstehen.
  • Zusammenarbeit
    Agile Projekte werden von allen Stakeholdern und Beteiligten gemeinsam zum Erfolg geführt, jeder hat seinen mehr oder weniger großen Anteil daran. Es ist ein Mannschaftssport, jeder einzelne Spieler hat darin einen Sinn und Zweck.
    Gemeinsam fordern und fördern sollte selbstverständlich sein und niemals zur Diskussion stehen.

 


In einer Retrospektive der versammelten Zuhörerschaft zu sagen, dass ein Impediment des letzten Sprints war, dass “ich nicht in guter Verfassung und durch private Dinge abgelenkt war”.

Bei der Arbeit an einer schwierigen Aufgabe kommt Tina nicht voran und fragt bei einem Kollegen nach Hilfe oder thematisiert es im morgendlichem Standup Meeting. Da dies eine Störung ist, wird ihr sofort Hilfe angeboten, damit es nicht zu unnötigen Verzögerungen kommt.

Max hat eine Idee, wie er Modul x noch mehr Performance entlocken kann. Kurz vorgestellt und mit dem Senior Developer abgestimmt, wird es umgesetzt. Es stellt sich aber nach einer Woche heraus, dass das erhoffte Ergebnis so nicht zu erreichen ist.
Max berichtet dem Team davon und man beschließt, es einzustellen und dass sich Max zusammen mit Tim nach einer besseren Alternative umschauen soll.

Kleine Beispiele für agile Kultur – mit großer Wirkung.

Quellen:
http://www.methodsandtools.com/archive/agileculture.php
http://www.agileproductdesign.com/blog/agile_is_culture_not_process.html
http://geovoices.geonetric.com/2012/09/agile-behaviors-vs-agile-culture/

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